Voll gut!

Voll gut!

Bunt und laut, eine fröhliche Stimmung, fast perfektes Wetter, sportliche Highlights. Was will man mehr? Großveranstaltungen unserer Jugend sind immer ein Erlebnis. Und das war sie auch, die JEO 2017.

Die Europameisterschaft der Kinder und Junioren fand vom 14. bis 16. Juli in Luxemburg statt. Genauer gesagt steppte der Bär in Bettemburg. Ein herrliches, weitläufiges Gelände stand zur Verfügung. Es gab viel Platz für die vielen Camper. Ausreichend Duschen, Toiletten und gute Verpflegung hatten schon auf anderen großen Events, beispielsweise des Pferdesports, bestanden.

Die Luxemburger hatten das Wochenende fast perfekt organisiert. Auf drei Parcours bewerteten vier Judges die einzelnen Läufe meist parallel. Im Einsatz waren der Schweizer Martin Eberle, der 2006 selbst schon Einzel-Weltmeister der FCI im Agility war, Renan Campos aus Brasilien, der seit 2011 auf den großen Meisterschaften läuft, der Norweger Harald Schjelderup, der schon die EO und die FCI-WM bewerten durfte und der Luxemburger Romain Stein. Jeder der Richter hatte mindestens einmal jede der Größenklassen zu stellen.

Insgesamt gab es sechs Individual und drei Teamtitel zu gewinnen. 477 Hunde aus 23 Nationen wurden von den Kindern und Jugendlichen schon teilweise richtig professionell durch die Parcours manövriert. Die sportlichen Leistungen waren top.

 

Auf meine Frage, ob es denn einen Unterschied mache, einen Lauf für Erwachsene oder Kinder zu gestalten und worauf er denn während des Designs geachtet hat, antwortete mir der erst 27-jährige Brasilianer: „Ich habe in meinen Kursen unterschiedliche Entfernungen zwischen den Hindernissen gewählt. Kleine Kinder laufen nicht das gleiche Tempo, die Junioren können wahrscheinlich besser laufen als einige Erwachsene.

Ich habe auch versucht, den Hundeführern verschiedene Optionen für mögliche Wege zu bieten. Sie mussten also auch überlegen, was ihr Hund in der Lage ist, zu zeigen und welcher Weg am schnellsten ist.

Das verlangte natürlich ein bisschen mehr Erfahrung und war für die Kinder nicht so einfach. Ich persönlich mag es auch, wenn der Jumpinglauf noch viele Hundeführer im Kampf um das Podium hält. Meine Agility-Kurse waren etwas härter, aber im Finale, denke ich, sollte es auch anspruchsvoll sein. Den Titel muss man sich verdienen.“

Auch der Schweizer Martin Eberle sieht das ähnlich, auch wenn es für ihn keine entscheidende Rolle spielte, wer durch seine Parcours läuft. Den Schwierigkeitsgrad etwas der JEO angepasst, war es für ihn primär wichtig, dass die Läufe rund und fair gestellt sind. Auch er wollte es spannend und interessant halten, aber vor allem auch hundefreundlich.

Für Deutschland starteten 35 Teams. Betreut wurden diese von Teamleader Chris Lucke und Teamcoach Nina Zdražilová, die schon das dritte Mal in Folge in dieser Funktion dabei war. Da es in diesem Jahr erstmalig drei Ringe für die Wettkämpfe gab, hatten die Zwei richtig viel zu tun, damit jedes Kind und jeder Jugendliche in seiner Klasse pünktlich am Start war. „Das ist uns auch dank der Unterstützung durch die mitgereisten Eltern sehr gut gelungen“, berichtet mir Nina und fügt hinzu, dass sie sehr stolz auf alle Starter ist. Drei Medaillen haben sie in den Klassen Small und Medium mit nach Hause genommen und damit auch in diesem Jahr bewiesen:

„Watt mutt, datt mutt!“

Neugierig wie es weitergeht?

TEXT: & FOTOS: CONSTANZE RÄHSE (pics4dogs.eu)