Knut Fuchs [Im Interview]
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Knut Fuchs [Im Interview]

Das working-dog-Magazin sprach mit ihm über Zucht und Ausbildung des Malinois

Knut Fuchs muss man niemandem in der Hundesportszene vorstellen. Er ist eine Institution, einer der erfolgreichsten Hundesportler Deutschlands und Weltweit. Vor allem aber ist er ein Vordenker in Sachen Hundeausbildung, der nie aufgehört hat, Ausbildungsmethoden kritisch zu hinterfragen und neue Möglichkeiten zu entwickeln.

Working-Dog-Magazin (WDM): Du züchtest seit vielen Jahren unter dem Zwingernamen „vom Further Moor“ Malinois. Warum gerade diese Rasse?

Knut Fuchs (KF): Die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Rasse sind dafür ausschlaggebend. Ich habe mit einem Boxer mit dem Hundesport begonnen. Hier im Nachbarverein vom Rainer Mündelein. Der hat sich damals die erste Mali-Hündin angeschafft. Das war „Saskia vom Löwenfels“. Ich wollte einen zweiten Hund haben und hatte einen Deutschen Schäferhund bestellt. Doch dann hat Rainer mich für den Malinois begeistert. „Guck mal, das sind ganz tolle Hunde, die kennt man kaum, die sind noch sehr Gesund, super leistungsstark und haben ein tolles Wesen.“ Gerade der Aspekt Gesundheit ist natürlich wichtig, wobei ich mir damals überhaupt keine Gedanken darüber gemacht habe. Ich wollte meinen Hund ausbilden und merkte, dass ich mit meinem Boxer an Grenzen stieß. So hat er mir die Malis schmackhaft gemacht. Was für ein Glück! Der Schäferhund, den ich bestellt hatte, wäre ein Hochzuchthund gewesen. Ich hatte überhaupt keine Ahnung von Hochzucht- und Leistungshunden. Für mich war das ein Schäferhund. Es hätte also auch alles in eine ganz andere Richtung gehen können.

WDM: Saskia war die Mutter von Klemm?

KF: Saskia ist die Stammmutter der ganzen „Roten Falken“-Hunde. Meine erste Hündin war „Askia vom Roten Falken“, danach hatte ich „Fitou“ und dann „Klemm vom Roten Falken“. Alle drei waren Saskia Kinder. Rainer Mündelein war ja einer der erfolgreichsten Mali-Züchter überhaupt. Leider hat er die ganz großen Erfolge nicht mehr miterlebt. Er ist gestorben, als Klemm zwölf Wochen alt war. Ich führte die ersten Malis schon sehr erfolgreich, so wurde ich mit Askia dritter der WM, Vize Deutscher Meister und Vize Championatssieger. Durch Askia wurde ich für meine Unterordnung bekannt, weil sie vom ganzen Style und allem ganz anders lief, als es zur damaligen Zeit üblich war. Mit Fitou war ich FMBB Vize-Weltmeister. Und mit Klemm kamen dann Titel.

WDM: Und das ist auch die Linie, auf der du deine Zucht aufgebaut hast?

KF: Ich habe das bis heute nicht geändert. Ich züchte noch sehr altmodisch. Ich versuche, ganz nah an den alten Linien zu bleiben. Heute muss ich sagen, dass ich ein bisschen Glück hatte: Ich habe mir in all den Jahren zwei Linien aufgebaut. Einmal über „Aika der Sonne entgegen“, das war die eine Stammhündin. Die andere Linie kommt über „Crazy vom Parchimer Land“. Dadurch kann ich die auch heute immer mal wieder verbinden. Also ich versuche, beim alten Blut zu bleiben.

WDM: Warum soll man auch Bewährtes ändern?

KF: Das ist genau der Punkt. Ich habe damals Hunde bekommen, die waren gesund, die waren leistungsstark und die waren vom Wesen her in Ordnung. Die waren so, wie ich mir einen Hund vorstelle! Ich wollte da nichts dran verändern. Ich versuche nur, sie so zu erhalten, wie sie waren. Ich züchte auch eng. Da sind die Meinungen ja geteilt. Also viele sagen, man soll Inzucht vermeiden. Das mache ich nicht.

WDM: Warum?

KF: Wenn ich eine Hündin, die aus meiner „gefestigten Linie“ kommt mit einem von der Linie her wildfremden Rüden verpaaren würde, dann ist das, was da rauskommt, wieder der Anfang von allem. Ich führe meine Sache nicht weiter. Ich gehe schon mal ein klein bisschen aus der Linie raus, das ich z.B. drei Linien habe, die gleich sind und dann eine Linie beim Vater oder bei der Mutter ganz fremd ist. Das mache ich aus gesundheitlichen Gründen. Und das klappt ganz gut.

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